Holger Grünwedel

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Der öffentliche Nahverkehr in Würzburg heute und morgen

Eine Veranstaltung mit dem Geschäftsführer der WVV

WVV Veranstaltung

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Auf Einladung der Interessengemeinschaft der Würzburger Straßenbahn, WÜ 21 und des Demokratischen Bürgerverein Heidingsfeld, referierte der Geschäftsführer der WVV Thomas Schäfer über die Zukunft des öffentlichen Nahverkehr in Würzburg. Die Begrüssung und Diskussionsleitung führte Eckard W. K. Beck vom Demokratischen Bürgerverein Heidingsfeld.

Thomas Schäfer ging auf die neuen Herausforderungen des Nahverkehrs ein. So kann das autonom fahrende Auto, was nach seiner Einschätzung in 20 Jahren Realität wird, den bisherigen Verkehr in der Stadt total verändern. Er geht von einer starken Zunahme des Verkehrs aus.

Auch dass ältere Frauen im Gegensatz zu heute, immer mehr einen Führerschein besitzen, verändert das Mobilitätsverhalten. Andererseits geht der Anteil der jüngeren Generation die einen Führerschein besitzen zurück, ebenso nimmt das Auto als Statussymbol ab und Modelle wie Carsharing nehmen zu. Dem Einsatz von erneuerbarer Energie im Nahverkehr steht der derzeit niedrige Ölpreis gegenüber, der die Wirtschaftlichkeit der erneuerbaren Energieträger entgegen steht. Auch die derzeitigen Tickets sind im Zeitalter des Smartphones nicht mehr zeitgemäß.

Aktuell stehen laut Schäfer zwei große Investitionen an, der Ausbau der Linie 5 in Grombühl mit einem Investitionsvolumen von 30 Millionen und die Anschaffung von neuen Straßenbahnen in Höhe von 70 Millionen. Diese Investitionen müssen über mehrere Jahre gestreckt werden. Damit stehen Investitionen für den Bahnhof oder gar eine Linie 6 hinten an. Der Nahverkehr ist ein stark subventioniertes Unternehmen, ein weiterer Ausbau muss politisch gewollt sein und dies ist von der politischen Seite derzeit nicht ausreichend ersichtlich.

In der daran anschließenden Diskussion, standen aktuelle Probleme auch zur Diskussion.

Auf Nachfrage von Holger Grünwedel, seit wann die Straßenbahnführung am Bahnhof ein Provisorium sei und durch Baustellengenehmigung betrieben wird, meinte Schäfer, dass nach seiner Erinnerung dies seit 1962 der Fall sein müsse.

Wolfgang Weier, Geschäftsführer vom WÜMS, forderte einen kostenlosen Nahverkehr in der Innenstadt an gewissen Tagen, wie am Mantelsonntag. Ein guter Nahverkehr macht die Innenstadt attraktiver, für ihn sind aber auch die anderen Verkehrsträger wichtig. Die Bedeutung des Nahverkehrs wurde auch von Einzelhandelsunternehmern wie Vertreter von Arbeitnehmern an dem Abend betont.

Thomas Wenzel Vorsitzender der Interessengemeinschaft Würzburger Straßenbahn forderte einen Fahrgastbeirat im Verkehrsverbund, damit der öffentliche Nahverkehr attraktiver wird. Auch er kritisierte, dass dem öffentlichen Nahverkehr die entsprechende politische Überstützung fehlt.

Dem schloss sich auch die anwesende Stadträtin Karin Miethaner-Venn an. Sie monierte auch eine mangelnde Barrierefreiheit und die schlechten Verbindungen an den Wochenenden.

Es gab auch einen Austausch zu den in der Diskussion stehenden Nachtbus, der jedoch wohl an der mangelnden Finanzierung scheitert. Vor allem wurde darauf hingewiesen, dass dieser Ausbau nicht nur für Studenten wichtig sei, auch die in Schicht Beschäftigten würden davon profitieren.

Der Vertreter des Verkehrsverbundes Main-Tauber Herr Schwartz sagte:
Der ÖPNV im Maintauber-Kreis funktioniert trotz der riesigen Entfernungen und Fläche gut. Auch finanziell steht dieser nicht schlecht dar. Es gibt aber Probleme mit der Querung der Landesgrenze und Nutzungsrechte u.a. in Höchberg. Hier dürfen  keine Haltestellen angefahren werden, Fahrgäste müssen in Würzburg umsteigen.
Herr Schäfer sagte ein Treffen zu um dieses Problem in der Zukunft zu lösen. 
Der Vorsitzende von Wü 21, Reiner Lanowski: „In der Zukunft wird aufgrund der Prognosen für das Verkehrsaufkommen die Straßeninfrastruktur zusammenbrechen, schon heute deutet sich zu Spitzenzeiten die Überlastungen des Straßennetzes in Würzburg an. Die Belastung der Luft wird noch zunehmen und zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen führen. Dies zeigen schon heute Städte wie Stuttgart, die in einer ähnlichen topographischen Lage sind. Von daher sieht Würzburg21 den ÖPNV als entlastendes Verkehrsmittel als alternativlos an. Ohne einen starken und attraktiven ÖPNV wird die Lebensqualität in Würzburg erheblich abnehmen.“

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