Holger Grünwedel

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Leserbrief an die Main-Post zum Artikel WVV weist Kritik am ÖPNV zurück vom 8.12.2016

Dass die Fahrgastzahlen nicht gesunken sind, ist alleine der Einführung des Semestertikets zu verdanken. Doch die Zahl der Monats- und Jahreskarten ist rückläufig und das ist das Problem. Darauf geht die WVV nicht ein. Auch die Einführung der Nachbuslinien wurde allein über die Erhöhung des Preises für das Semestertiket ermöglicht und ist keine freiwillige Leistung wie die WVV es darstellt in ihrer Erklärung. Dass die Fahrpreisentwicklung sich alleine nach dem Statistischen Bundesamt richtet ist nicht so ganz richtig. Die WVV hat so ihre ganz eigene Berechnungsmethode, da wird eine Erhöhung der Fahrpreise auch damit gerechtfertigt, dass durch höhere Fahrpreise es weniger Fahrgäste gibt und deshalb die Fahrpreise noch mehr erhöht werden um diesen Fahrgastverlust auszugleichen. Natürlich ist die WVV nicht frei in ihrer Entscheidung und weisungsgebunden an dem Oberbürgermeister und dem Stadtrat. Der Stadtrat und die Oberbürgermeister der letzten Jahre haben die Vernachlässigung des Nahverkehrs zu verantworten. Wer meint solche Projekte wie eine neue Linie 6, könnte die Situation verbessern, der verkennt die finanzielle Situation, die WVV macht keine Gewinne, solche Projekte übersteigen die Finanzkraft der Stadt. Bis heute konnte die Fortführung der Straßenbahnlinie in Grombühl nicht fertig gestellt werden und dabei handelt es sich nur um etwa 1 Kilometer, seit jetzt über ein Jahrzehnt versprochen und geplant. Es Bedarf den Willen aller, den Nahverkehr attraktiver zu gestalten, gerade durch die Bildung des Verkehrsverbundes ist Einstimmigkeit gefordert wie es im Verbundvertrag festgelegt ist. Fahrpreise im Nahverkehr sind politische Preise und das sollte man auch sagen. Solche Begründungen zur Erhöhung der Fahrpreise vom Verkehrsverbund Mainfranken müssen der Vergangenheit angehören.

Der Umfang der Erhöhung richtet sich nach der Preisentwicklung eines ÖPNV-Warenkorbes, der vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) entwickelt wurde und auf verschiedenen Preisindizes des Statistischen Bundesamtes basiert. Hinzu kommen zwei weitere Faktoren, die zur Stabilisierung des Kostendeckungsgrades und zur Egalisierung der negativen Preiselastizität der Nachfrage (Die Preiselastizität ist ein Maß dafür, welche relative Änderung sich bei der Nachfragemenge ergibt, wenn eine relative Preisänderung eintritt.) dienen. Im Bedarfsfall sind ergänzende Sondereffekte (On-Top Zuschlag) zu berücksichtigen.“ Offizielle Begründung.

http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/OEffentlicher-Nahverkehr;art735,9441598