Holger Grünwedel

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Themen, Meinungen, Informationen

Es tut sich was am Würzburger Hauptbahnhof

Informationsveranstaltung von Freien Wählern und Würzburger Liste
Der Würzburger Hauptbahnhof ist die Visitenkarte der Stadt Würzburg und bedarf einer dringenden Sanierung. Schon seit Jahrzehnten wird geplant und verworfen, gestritten und diskutiert, doch passiert ist wenig. Nun saniert die Bahn AG ihre Bahnsteige und die Stadt Würzburg will die Pavillions sanieren. Doch das ist den Freien Wählern und der Würzburger Liste zu wenig, die zu einer Informationsveranstaltung eingeladen hatten. Die zahlreich erschienen Bürger mahnten ebenso eine Neugestaltung des gesamten Bahnhofsbereich an. Die Freien Wähler waren mit dem Vorsitzenden Helmuth Suntheim, den Landtagsabgeordneten Felbinger und Fahn vertreten und die Würzburger Liste mit dem Altoberbürgermeister und Stadtrat Jürgen Weber.

Helmut Suntheim Freie Wähler, Landtagsabgeordnerter Felbinger, Bahnsprecher Hirsch, Siegbert Schneider Würzburger Liste von Links

Helmut Suntheim Freie Wähler, Landtagsabgeordnerter Felbinger, Bahnsprecher Hirsch, Siegbert Schneider Würzburger Liste von Links

Bahnausbau bis Juni 2021
Der Bahnsprecher Herr Hirsch stellte den geplanten Umbau vor. Zur Landesgartenschau wird bis Bahnsteig 7, die Bahnsteige mit einem Aufzug versehen sein, im neuen Tunnel. Wobei der Zugang zum Bahnsteig nur über den Zugang nach Westen erst möglich ist. Aufgrund der Bauarbeiten bei rollendem Verkehr, ist die Bauzeit entsprechend lang. Die Bauarbeiten werden während der Landesgartenschau stillstehen. Die Bahn rechnet damit, dass die Bauarbeiten bis 6/2021 abgeschlossen sind. Jedoch können noch Funde von Kampfmitteln, die Bauzeiten verlängern. Auf Nachfrage des Vorsitzenden Herrn Suntheim, ist es möglich den Bahnsteigtunnel bis zur Ständerbühlstraße fortzuführen, doch erst nach Abschluss der derzeitigen Bauarbeiten, frühestens nach 2021. Auch der Durchgang unter dem Postareal bleibt erhalten und ist Eigentum der Bahn, somit steht auch bei einem Ausfall der Aufzüge weiterhin ein barrierefreier Zugang zu den Bahnsteigen zur Verfügung. Der Stadtrat Weber merkte an, dass die Stadt Würzburg einen Neubau der Pavillon noch vor der Landesgartenschau umsetzen will. Was den Busbahnhof betrifft, versicherte der Bahnsprecher, dass der Grundstücksanteil der Bahn für den Busbahnhof zur Verfügung steht. Auf die Frage wie sich der Busbahnhof in seiner Gesamtheit entwickelt, verwies Weber darauf, dass sich der Stadtrat damit noch auseinandersetzen muss. Die Stadt Würzburg hat die Planungshoheit, es wird einen gemeinsamen Busbahnhof geben, nur wie, das steht noch offen.

Keine schnelle Lösung für die Fahrradfahrer
Die Lösung des Problem mit dem Fahrradabstellplätzen derzeit, kann die Bahn sich ab 2021vorstellen, Flächen in der nähe der Bahnsteige, wie in Aschaffenburg ist der Vorschlag der Bahn. In der nächsten Zeit wird es durch verschiedene Baumaßnahmen bei den ehemaligen Güterhallen und auf dem ehemaligen Postgelände baulich viel passieren-sicherlich nicht zu einer Verbesserung der Fahrradparksituation am Bahnhof kommen. Eine kurzfristige Verbesserung ist nicht möglich. Die Fernbusse am Bahnhof, die zu einer weiteren Verdichtung führen, können laut Bahn nur bei einer Neugestaltung des Omnibusbahnhof integriert werden, dann würden Stationsgebühren anfallen, wie in anderen Städten üblich. Derzeit nützen die Fernbusse die Infrastruktur kostenlos.

Landesgartenschau kein Problem
Den von manchen zu erwartenden Besucheransturm zur Landesgartenschau sieht die Bahn als nicht problematisch an, da auch ein Nahaustieg in Rottendorf geplant ist, der mit einem Schnellbus mit der Landesgartenschaugelände verbunden ist. Stadtrat Weber erwartet, dass die Straba mit ihren Bussen, den Besucheransturm ohne größere Probleme bewältigen kann.Die Gestaltung der barrierefreien Bahnsteige wird umgesetzt mit Aufzüge, an jedem Bahnsteig wird ein Aufzug gebaut, die Option auf einen 2. Aufzug wird in der Planung berücksichtigt, eine spätere Nachrüstung ist als Option möglich. Der Bahnsprecher geht nicht davon aus, dass die ICE-Dichte abnimmt und Würzburg als Eisenbahnknotenpunkt erhalten bleibt. Die Strecke nach Stuttgart wird in naher Zukunft nicht erneuert.
Ausreichend Kapazität für die Zukunft
Derzeit hat der Bahnhof Würzburg 30.000 Fahrgäste, die Kapazität liegt bei 50000 Fahrgäste. Der Bahnhof hat derzeit über 700 Zugfahrten, wobei ca. 240 Zugfahrten auf den Personenverkehr entfallen. Dies schränkt eine weitere Erhöhung der Taktung ein. In den nächsten Jahren wir eine geringe jährliche Zunahme erwartet, was mit der derzeitigen Kapazität zu bewältigen ist. Jedoch die Anzahl der Besucher am Bahnhof nimmt aufgrund der Ausweitung des Angebotes zu. Im letzten Jahr hatte die Bahn in Würzburg 5000 Aufträge für „Hilfe für Behinderte“ beim Ein- und Aussteigen zu bewältigen. Auf Nachfrage von Hans Fischer wie der Mindestlohn bei den Bauarbeiten eingehalten wird, gab der Bahnsprecher zu, dass es bei den Subunternehmern schon Probleme gab bei den Kontrollen des Zoll, diese würden von den Bauarbeiten dann ausgeschlossen. Ein weiterer Punkt war die Frage nach den Fußballreisenden, vor allem wenn in Würzburg ein Verein in der 2. Liga spielt. Diese Fahrgäste sind für die Bahn ein großes Problem wie der Bahnsprecher bestätigte. Die Brutalität nimmt zu. Das bedeutet mehr Sachbeschädigung und Angriffe auf das Bahnpersonal.

Keine Sitzmöglichkeiten
Siegbert Schneider wollte wissen, ob es eine Möglichkeit gibt, die Sitzmöglichkeiten in der Bahnhofshalle auszubauen. Die Bahn sieht jedoch keine Lounge vor und auch der alte Tunnel als Wartebereich schließt die Bahn aus. Viele Fahrgäste würden sich einen Wartebereich wünschen ohne Verzehr zwang. Es soll keine Sitzmöglichkeiten mehr im Bahnbereich geben, aufgrund der Anforderung nach Fluchtwegen, muss die Bahnhofshalle frei bleiben. Die Bahn wird noch nach eine Lösung suchen, alle auch der Bahnsprecher waren sich einig, dass hier eine Lösung gefunden werden muss. Es fehlt in Würzburg auch eine Orientierungstafel mit Wegweiser für die Omnibusse und Straßenbahn in der Halle. Hier könnte sich die Bahn eine Anzeigetafel vorstellen, doch das geht nur in Kooperation mit der Stadt Würzburg.
Der Zugang von der Straßenbahnhaltestelle zur der Bahnhofshalle im Winter und schlechtem Wetter ist nicht zeitgemäß .Bei Streuung mit Granulat ist es nicht mehr möglich einen Rollkoffer zu ziehen. Alle waren sich einig, dass ein Überdachter Zugang hier ermöglicht werden sollte, so könnte man sich vorstellen, bei den neuen Pavillions dies mit einzuplanen, doch das ist eine Aufgabe der Stadt Würzburg, die Bahn würde sich sicherlich auf ihrem Grund dem nicht entgegenstellen. So wie jetzt der Stadtrat entschieden hat, wird es keine Überdachung beim Neubau der Pavillon geben, informierte Stradtrat Weber. Es ist nicht klar wie die Straßenbahnführung geplant wird. Der Stadtkämmerer hat der Bahn signalisiert, dass bei der Umgestaltung des Bahnhofes, die Straßenbahn ausgeklammert ist, da kein Geld zur Verfügung steht. Die Bahn möchte eine gemeinsame Gestaltung des Bahnhofs, jedoch fehlen die Investitionsmittel. Stadtrat Weber, weist daraufhin, dass man vor 25 Jahren die Haltestellenplanung offen gehalten hat. Nun hat die Straßenbahn kein Geld. Auch die Verlängerung der Linie 5 ist seiner Meinung nach künstlich verzögert worden, wegen fehlender Investitionsmittel auf städtischer Seite und so ist das jetzt auch beim Bahnhof. Die Haltestellen am Bahnhof müssen auch noch Barrierefrei gestaltet werden, was Millionen kosten wird. Es wird befürchtet, dass die geplanten längeren Straßenbahnzüge zu einer Verschlechterung der Taktung führen.

Text: Holger Grünwedel Photos: Robert Starosta und Holger Grünwedel